Montag, 26. September 2011

Scriptnotes Podcast (John August & Craig Mazin)

Da ich die John Augusts Seite nur selten frequentiere, bin ich froh, dass es noch Angelika Unterholzners schönen Blog Flix gibt, auf dem ich den Hinweis zu diesem neuen Podcast lesen konnte: Scriptnotes (John August & Craig Mazin)

Mittwoch, 21. September 2011

Dear Mr. Malkovich

Ein AMC Pilot:
John Malkovichs Produktionsfirma bekommt täglich neue pitch-letters, in denen Drehbuchautoren (und solche die es werden wollen) ihre Geschichten anbieten. In dieser Doku-Serie werden die etwas speziellen Briefe zum Absender zurückverfolgt, um der Drehbuchidee auf den Grund zu gehen:

Dustin Lance Black

Dustin Lance Black hat in seinen jungen Jahren schon viel erreicht: mit 35 Jahren gewann er den Oscar für sein eigenwilliges Drehbuch "Milk" (Regie: Gus van Sant) zum Biopic über Harvey Milk. Als Jugendlicher, der selbst im Land der Mormonen aufgewachsen war und der seine homosexuellen Neigungen aufgrund der prüden Umgebung verschweigen musste, war er geradezu prädestiniert, für die exzellente, hierzulande viel zu wenig beachtete HBO-Serie "Big Love" zu schreiben, die von einer heimlich polygamen Familie im Land der Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints (auch bekannt als die Mormonen) handelt. Black's Faible für Stoffe, in denen Menschen Doppelexistenzen führen, lässt sich auch in seinem neuesten Buch "J. Edgar" (Hoover, Begründer des Federal Bureau of Investigation), diesmal für Clint Eastwood, erkennen:


Im folgenden noch ein zweigeteiltes Interview mit Black:


Montag, 19. September 2011

Wüstenfuchs

Teamworx/Nico Hoffmann dreht für den SWR einen Film über den Generalfeldmarschall Erwin Rommel, der während des zweiten Weltkriegs dank militärischer Erfolge in Afrika von den Nationalsozialisten zum "Mythos" hochstilisiert wurde, aber sich gegen Ende von Hitler abwandte, da dessen Endsieg-Wahn auf Kosten der Wehrmacht Rommels soldatisches Fundament erschütterte. Die Historiker sind sich immer noch nicht komplett einig, ob und wie Rommel mit der Widerstandsgruppe und dem Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 verbunden war.
Diese Grauzone der Gewichtungen sorgt nun bei Erwin Rommels Sohn Manfred Rommel und dessen Tochter Cathérine Rommel für Unmut; empfinden sie doch das Drehbuch, das ihnen zwei Wochen vor Drehbeginn vorgelegt wurde, als dem Leben ihres Vaters/Großvaters nicht gerecht.
In den Stuttgarter Nachrichten ist folgendes zu lesen:
""Da wurde ein intensiver Entwicklungsprozess, der mindestens zwei Jahre dauerte, auf sieben Monate vor Rommels Tod verkürzt", sagt auch Manfred Rommels Tochter Cathérine. Außerdem werde in dem Film die Tochter von Adeligen auftauchen, deren Schloss in Frankreich zu Rommels Befehlszentrale wurde. "Diese Comtesse, die einen Anschlag auf Rommel plant, gab es nie." Auch die Todesszene, als der Kriegsheld Besuch von zwei Generälen hat, die ihn der Verschwörung gegen Hitler beschuldigen und zum Selbstmord auffordern, stört Cathérine Rommel: "Da werden den Beteiligten Worte in den Mund gelegt, die nach unserer Auffassung so nicht gefallen sein können." Rommel werde als Spielball zunächst von Hitler, dann der Verschwörer dargestellt. Das werde seiner Persönlichkeit nicht gerecht.""

Das Buch und die Regie hat Niki Stein übernommen, der laut Süddeutscher Zeitung die Geschichte als "Königsdrama und Kriminalfilm" begreift.
Da sich um das Maß der Beteiligung am "Königsmord" bis heute gestritten wird, sind kritische Reaktionen vorprogrammiert - was wohl generell so ist bei Stoffen über die jüngere deutsche Geschichte. 
Die Frage ist eine alte: Wie weit darf/soll man einen historischen Stoff den Regeln des Dramas opfern? Sollte man als Autor/Produzent zugunsten des Plots Figuren erfinden und zeitliche Abläufe zusammenraffen, obwohl Rommels Leben ausführlich dokumentiert ist (das Haus der Geschichte Baden-Württemberg hatte 2009 eine umfangreiche Ausstellung zum "Mythos Rommel" kuriert, die nun durch Deutschland tourt) und Familienmitglieder wie Zeitzeugen noch am Leben sind? Da das Thema in Deutschland ein delikates ist, ist Akkuratesse in historischen Fragen sicherlich angebracht; laut Süddeutscher Zeitung äußern sich die zugezogenen Historiker folgendermaßen: "Steinbach und Neitzel testieren dem Skript eine historische Präzision, lobend wird herausgestellt, dass Regisseur Stein mit der künstlerischen Freiheit zur Ausgestaltung der Dialoge und Szenen 'sorgfältig' umgehe." Dass Rommels Familie ihren Vorfahren in verhältnismäßig gutem Licht dargestellt sehen will, ist verständlich und doch ist die Kritik nicht nur tendenziell, sondern präzise (siehe oben).
Bis man sich ein eigenes Urteil machen kann wirds noch etwas dauern: der Film wird seit einer Woche gedreht.


Edit: Frank Schirrmacher hat sich zur Situation nun auch zu Wort gemeldet: http://www.faz.net/artikel/C30280/umstrittenes-filmprojekt-um-einen-rommel-von-innen-bittend-30688697.html

GSU?

Der schmale Grad zwischen Essenz und Simplifizierung:

http://scriptshadow.blogspot.com/2011/08/article-gsu.html 

klingt einfach - leider muss es doch wieder relativiert und modifiziert werden:

http://scriptshadow.blogspot.com/2011/09/article-g-in-gsu.html