Freitag, 30. März 2012

Offene Briefe

Der VDD wird politisch aktiv und hat 51 "Tatort"(?)-Autoren zu einer Unterschrift unter folgendem offenen Brief mobilisiert:
http://www.drehbuchautoren.de/nachrichten/2012/03/offener-brief-von-51-tatort-autoren-0

Da steht viel Richtiges drin, vor allem über die Schein/Symbolpolitik der Parteien zum Thema und die verzerrte Darstellung urheberrechtlicher Zusammenhänge (nur den "Max Plank"-Schreibfehler hätte man bemerken müssen).

Auf die Probleme kommt dann das prompte "Antwort"-Schreiben des "CCC" zu sprechen:
http://ccc.de/updates/2012/drehbuchautoren

Auch hier sind starke Argumente vertreten, wie z.B. die Aufforderung, sich nicht mit dem Verwerter sondern dem Auftraggeber anzulegen, welcher schließlich Wiederholungshonorare und Drehtage streicht, und gleichzeitig immer weniger für die selben erbrachten Leistungen bezahlt.

Unterm Strich: Diskussion ist gut. Mehr davon.

25 Lügen eines Drehbuchautoren

Der Drehbuchautor und Blogger Chuck Wendig hat ein paar Argumente zusammengetragen, die den Autoren vom Schreiben abhalten wie z.B. folgendes:

" 5. Can Only Write When The Muse Allows!"

mehr hier: 25 lies writers tell and start to believe

Dienstag, 27. März 2012

Matthew Weiner über die neue "Mad Men" Staffel

In den USA ist am Sonntag die fünfte Staffel von "Mad Men" gestartet. Nachdem die Serie 17 Monate von den Bildschirmen verschwunden war erklärt Weiner, warum er dem Sender AMC die Pistole auf die Brust gesetzt hat, als es hieß, er müsse weitere Minuten pro Folge für die Werbung opfern:

Watch Writer-producer Matthew Weiner on PBS. See more from Tavis Smiley.

Freitag, 23. März 2012

Mittwoch, 21. März 2012

Zum Tode von Tonino Guerra

Zum Tod des Drehbuchautors Tonino Guerra hier eine Dokumentation über seine Arbeit mit Andrej Tarkovskij am Buch zu "Nostalghia":

Tempo di Viaggio


Nachruf auf Spon: Tonino Guerra

Montag, 5. März 2012

Interview: Torrent - Magazin für serielles Erzählen

Am 24. Februar 2012 erschien die erste Ausgabe von "Torrent - Magazin für serielles Erzählen", das zum größten Teil einen Blick auf die aktuelle Serienlandschaft, aber auch Rückblicke auf zu Unrecht vergessene Perlen wirft. Ein Interview mit Herausgeber Marcus Kirzynowski.






1) Die Zeitschrift nennt sich "Torrent - Magazin für serielles Erzählen". Den Titel musst du mir erklären. 

Das "torrent" ist natürlich ein Wortspiel: Einerseits ist das einfach das englische Wort für "reißender Strom", andererseits gibt es ja dieses Dateiformat zum Austausch von Medien übers Internet. Die Art von TV-Serien, die wir überwiegend behandeln wollen, haben einen Erzählstrom von Folge zu Folge. Gleichzeitig steht der Begriff für den Medienwandel, in dem wir uns gerade befinden - dass Serien eben vermehrt als Datenströme aus dem Internet konsumiert werden, nicht mehr zwingend im linearen Fernsehen. Mir wurde auch schon gesagt, der Name sei frech , aber so ist er eigentlich gar nicht gemeint. Ich habe einfach keinen treffenderen gefunden, der noch dazu einen guten Klang gehabt hätte. 

2) Wo kann man "Torrent" erwerben? 

Das Heft sollte bundesweit im Bahnhofs- und Flughafenbuchhandel zu bekommen sein. In Berlin, Hamburg und Köln hat unser Vertrieb auch das Pressegrosso eingeschaltet, so dass es dort auch in größeren anderen Buchhandlungen mit gut sortiertem Zeitschriftenangebot zu finden ist. Alle, die keine solche Buchhandlung in der Nähe haben, können es auch direkt über unsere Webseite bestellen. 

3) Obwohl es "TV-Serie" heisst, konsumiert der größte Teil der Zuschauer ihre Episoden auf DVD oder über Mediatheken-Streams. Werden Serien überhaupt noch fürs Fernsehen produziert werden, oder spürt man, dass die entwickelten Konzepte gar nicht mehr auf ein wöchentlich zuschauendes Publikum ausgerichtet sind?

Ähnlich wie bei Kinofilmen, wo der Kinostart seit längerem nur noch der erste Teil der Verwertungskette ist, ist es inzwischen bei TV-Serien und dem Fernsehen. Die aufwändigen Produktionen von US-Kabelsendern wie HBO oder Showtime lassen sich über die TV-Ausstrahlung alleine vermutlich gar nicht mehr finanzieren. Da sind die DVD-Verkäufe und Erlöse über iTunes und ähnliche Plattformen schon fest einkalkuliert. Von den Konzepten her merkt man natürlich auch gerade bei diesen Kabelserien wie "Mad Men", "The Wire" usw., dass eine Staffel von der Art des Erzählens eher einem überlangen Kinofilm entspricht als einer klassischen Serie, die man wirklich wöchentlich einsschaltet. Um wirklich alle Bezüge zu verstehen und nicht die Hälfte schon wieder vergessen zu haben, wenn sie wieder aufgegriffen werden, muss man sich diese modernen Serien im Grunde staffelweise innerhalb kurzer Zeit angucken.
David Simon, der Erfinder von "The Wire", sagt ja über seine aktuelle Serie "Treme", dass ihm eigentlich egal ist, wann HBO die nächste Staffel ausstrahlt, weil die meisten Leute sie ohnehin nicht im Fernsehen schauen. 

4) Wie sieht die Serienlandschaft (bezüglich heimischer aber auch importierter Serien) im deutschen Fernsehen aus? 

Durchwachsen. Nachdem sich die Öffentlich-Rechtlichen lange Jahre ganz aus dem Segment US-Serien zurückgezogen hatten, gibt es ja seit zwei, drei Jahren zumindest auf deren Spartensendern wie arte oder ZDFneo wieder verstärkt Programmplätze für anspruchsvolle Importe wie "Mad Men", Breaking Bad" etc. Die Privaten kaufen halt ein, was sie für quotenträchtig halten, wie jetzt aktuell "Game of Thrones". Wenn's dann die Quotenerwartungen nicht schnell erfüllt, wird's nach ein paar Folgen ins Nachtprogramm verschoben oder die nächste Staffel nicht mehr eingekauft. Ein Eldorado für Fans toller anspruchsvoller englischsprachiger Serien sind eigentlich die Pay-TV-Sender wie FOX oder TNT Serie, aber die muss man eben extra bezahlen.
Bei heimischen Serien fehlt den deutschen Sendern leider überwiegend der Mut, ausgetretene Pfade zu verlassen. Außer "KDD" und "Im Angesicht des Verbrechens" gab es ja nicht viel Originelles, das an ausländische Vorbilder heranreichen könnte. 

5) "KDD" und "Im Angesicht des Verbrechens" wurden von den Sendern ja eher wie etwas Fremdes und eher stiefmütterlich behandelt. Hat die horizontal erzählte Serie im deutschen Fernsehen noch eine Chance? 

Man müsste halt feste Programmplätze für anspruchsvolle Eigenproduktionen etablieren. Also, statt zu sagen "KDD ist ein Krimi, deshalb senden wir es freitags nach dem 'Alten', weil da immer Krimis laufen" müssten die Verantwortlichen eher sagen: "Dienstags um 20.15 zeigen wir immer eine anspruchsvolle Serie, die auch ein jüngeres, US-Serien-affines Publikum anspricht". Irgendwann würde sich das wahrscheinlich rumsprechen, dass da immer was Interessantes läuft. Stattdessen verschreckt man mit "KDD" die älteren Zuschauer, die Serien im Stil von "Derrick" und "Der Alte" gewohnt sind, während die jüngeren gar nicht auf die Idee kommen, auf dem Sendeplatz könnte ausnahmsweise mal was Innovatives laufen. 

6) Ist die Entwicklung, Serien auf die Spartenkanäle wie ZDFneo zu verschieben eventuell eine Chance für mehr Experimente? 

Einerseits ist es ja schön, dass man im Free-TV dadurch überhaupt Sachen zu sehen bekommt, die es früher nie dahin geschafft hätten. Andererseits frage ich mich schon, warum man Serien wie "United States of Tara" oder "The West Wing" nicht auch etwa im ZDF-Hauptprogramm zeigen könnte. Eigentlich sagt der Programmauftrag ja, alle Bevölkerungsschichten zu bedienen, und eben nicht nur die Generation 50+. 

7) Gibt es außer den Serienhochburgen USA, Großbritannien und Dänemark noch andere Länder, die Mut zur Serie beweisen? 

In Frankreich gibt es, glaube ich, auch sehr interessante Serien, aber die bekommt man hierzulande fast nie zu sehen. Und die DVDs haben meist keine Untertitel. "Xanadu" letztes Jahr bei arte war ja schon sehr ambitioniert, im Grunde der Versuch, eine europäische Serie im Stil von HBO zu machen. Im April bringt arte eine tolle Cop-Show aus Australien, "East West 101".

8) Was dürfen die "Torrent"-Leser für die nächsten Ausgaben erwarten?

Sicher Porträts von weiteren herausragenden Serienautoren und -produzenten wie Bryan Fuller, John Wells, David Simon etc. Den ein oder anderen Blick zurück in die Seriengeschichte auf Klassiker wie "L.A. Law", das jetzt endlich auf Englisch als DVD rauskommt. Und natürlich Artikel über aktuelle Topserien wie "Treme", wenn sie in die nächste Staffel gehen. 

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